Den Code des Artlands geknackt: Fünf Premieren in QFGA Band A

Endlich ist es soweit. Der Auftakt der lang erwarteten Reihe Quellen zur Frühen Geschichte des Artlandes (700–1700) ist mit dem Erscheinen von Band A: Methodik und Glossar erfolgt.

Während sich die bisherige Geschichtsschreibung dieser Region oft auf vage Begriffe wie „altsächsische“, „fränkische“ Zeit oder das „Mittelalter“ stützte, schlägt dieses Werk einen radikal neuen Weg ein. Durch die Kombination von Daten aus vier Säulen – Bodenkunde, Flurform, Erbesklasse und Onomastik – und deren Verarbeitung durch einen Algorithmus wird die frühe Geschichte des Artlandes erstmals exakt untermauert.

In diesem ersten Blogpost enthülle ich fünf bemerkenswerte Erkenntnisse und Entdeckungen, die in diesem grundlegenden Band ausgearbeitet werden.

1. Vom Gefühl zum Algorithmus: Die Geburt des „Anhaltsjahres“

Zum ersten Mal wird die Datierung von Höfen nicht mehr groben Schätzungen überlassen. Band A führt einen Algorithmus ein, der über sieben spezifische Filter die Daten der vier Hauptsäulen verarbeitet. Das Ergebnis ist ein Anhaltsjahr: ein berechnetes Entstehungsjahr, ergänzt um den Zeitraum und einen Zuverlässigkeitsindex. Damit wird die große Gruppe der Höfe aus der „vortextuellen Phase“ (vor den ersten schriftlichen Quellen) endlich aus dem Nebel der Geschichte geholt.

2. Der Mythos des „Superdomus“ durchbrochen

Das über 300-seitige Glossar ist weit mehr als ein Wörterverzeichnis; es ist eine Sammlung korrigierter Geschichte. Nehmen wir den Begriff superdomus. Jahrzehntelang interpretierten Historiker dies als ein physisches „großes Haus“ oder einen bedeutenden Hof. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Band A rückt diese Interpretation endgültig recht; wer das Buch liest, wird entdecken, dass die Realität ein völlig anderes Licht auf die frühen Siedlungsstrukturen wirft.

3. Die „Isochronie der Angst“: Fliehburgen bewiesen

Fliehburgen sind oft Gegenstand von Spekulationen, aber wo befanden sie sich wirklich? Band A führt die Isochronie der Angst als hartes Prüfungsinstrument ein. Eine hypothetische Fliehburg wird erst dann als solche anerkannt, wenn sie strikte Kriterien hinsichtlich Onomastik, Lage und einer Reichweite von mindestens acht Höfen erfüllt. Damit wird die Existenz von Fliehburgen im Artland erstmals wissenschaftlich fundiert belegt.

4. Retrospektive Analyse: Das Register von 1458

Wie nutzt man ein Viehschatzregister aus dem 15. Jahrhundert, um Aussagen über die Jahrhunderte davor zu treffen? Die Methodik erläutert, wie das Viehschatzregister von 1458 retrospektiv angewandt wird. Durch die Verknüpfung dieses Registers mit dem Mittelalterlichen Klimaoptimum und der Agrarkrisenperiode entsteht ein historischer Rahmen, mit dem die Entwicklung einer kompletten Bauerschaft kartiert werden kann.

5. Die Karte von Vehs (1789) als Schlüssel zur Flurform

Um die komplexe Materie der Flurformen anschaulich zu machen, setzt dieser Band auf einen klaren visuellen Ansatz. Auf einer historischen Karte von Vehs aus dem Jahr 1789 werden Farben verwendet, um die verschiedenen Strukturen – Langstreifen, Kurzstreifen, Breitstreifen und Blockflur – exakt zu kennzeichnen und zu definieren. Dieser visuelle Leitfaden ist unerlässlich, um die Analysen der einzelnen Höfe in den folgenden Bänden nachvollziehen zu können.

Was folgt als Nächstes? Die Methodik aus Band A wird direkt in einem faszinierenden Triptychon über Mimmelage angewandt. In Teil 1 behandeln wir die Geschichte von Mimmelage bis 1236. Danach folgen Teil 2 (Groß-Mimmelage) und Teil 3 (Klein-Mimmelage), in denen jeder Hof bis zum Jahr 1700 auf Basis der neuen Kriterien individuell analysiert wird.

Bibliografische Angaben:

  • Erscheinungsdatum: 6. März 2026

  • Ausstattung: Erhältlich als gebundene Ausgabe (168 x 240 mm) und als E-Book.

  • Umfang: 474 Seiten (inkl. 340 Seiten umfangreichem Glossar)

  • Bestellungen & Details: Finden Sie auf unserer Produktseite.

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