Ende August erscheint bei Donkey Books der lang erwartete zweite Band der wissenschaftlichen Reihe Quellen zur Frühen Geschichte des Artlandes: Bauerschaft Klein-Mimmelage 1236–1700.
Während Band 1 das Fundament legte, indem er die Entstehungsgeschichte des ursprünglichen Mimmelages bis zur historischen Aufteilung der Bauerschaft im Jahr 1236 entschlüsselte, knüpft Band 2 direkt an diese entscheidende Zäsur an. Auf 325 Seiten und reich illustriert zeichnet das Werk das integrale Narrativ einer agrarischen Gemeinschaft nach, die ihr jahrhundertealtes Fundament zu bewahren wusste, während sie sich flexibel und selbstbewusst den Anforderungen des frühmodernen, bürokratischen Staates anpasste.
Fünf historische Pioniereinsichten
Auf der Grundlage erschöpfender Quellenforschung präsentiert und begründet diese neue Studie fünf zentrale Pioniereinsichten, die das traditionelle Geschichtsbild der Region grundlegend revidieren:
Ein gefragmentiertes Tecklenburger Kräftespiel
In scharfem Kontrast zur traditionellen Geschichtsschreibung enthüllt die Rekonstruktion von Klein-Mimmelage nach 1236 keine Oldenburger Einheit, sondern ein gefragmentiertes Kräftespiel, in dem tecklenburgische Vasallen den strategischen Kurs determined und bestimmten.
Der funktionale Niedergang der mittelalterlichen Infrastruktur
Erstmals wird der funktionale Niedergang der mittelalterlichen Infrastruktur in Klein-Mimmelage analysiert. Es wird nachgewiesen, wie die Wassermühle aus dem 10. Jahrhundert und die zugehörige Zehntscheune (scurhus) zwischen 1325 und 1471 von einem regionalen ökonomischen und fiskalischen Knotenpunkt zu einem rein agrarischen Bauernhof innerhalb des spezialisierten Netzwerks des Amtes Fürstenau avancierten.
Transformationsmechanismen der ruralen Elite
Die Analyse der kirchlichen Amtsträger des 16. Jahrhunderts — von den akademisch gebildeten Predigern Möllmann und Dürfeld bis zu den städtischen Geistlichen der Familie Scherhagen — offenbart erstmals, wie agrarische Familien aus Klein-Mimmelage und Umgebung ihren sozialen Status über diverse religiöse Kanäle in eine regionale intellektuelle und kirchliche Macht transformierten. (Eine ausführliche Fallstudie zu dieser intellektuellen Emanzipation ist bereits auf vortmes.nl erschienen).
Toponymische Fixierung und Namengebung
Erstmals wird der Prozess der toponymischen Fixierung im 17. Jahrhundert offengelegt. Dabei wird gezeigt, dass die Struktur der Hofnamen in Klein-Mimmelage eine administrative Transformation durchlief, bei der jahrhundertealte Toponyme und Vererbungsmuster in einer neuen, formellen Nomenklatur für die Frühe Neuzeit festgeschrieben wurden.
Integrales Netzwerk der Erballianzen des 17. Jahrhunderts
Erstmals wird in dieser Studie das komplexe Netzwerk sozialer und ökonomischer Allianzen zwischen den Bauernhöfen in Klein-Mimmelage im 17. Jahrhundert integral kartiert und analysiert.
Unverzichtbares Quellenmaterial für Genealogen
Neben den rechtshistorischen und sozioökonomischen Analysen enthält das Buch vollständige Übersichten der Hoffolger aller 14 Höfe in Klein-Mimmelage bis zum Jahr 1700. Für Historiker, Familienforscher und Genealogen, die noch tiefer in die Quellen eintauchen möchten, steht zudem die frei zugängliche Personendatenbank auf vortmes.nl zur Verfügung.
Buchdaten & Bestellinformationen
Titel: Quellen zur Frühen Geschichte des Artlandes, Band 2: Bauerschaft Klein-Mimmelage (1236–1700)
Umfang: 325 Seiten
Verlag: Donkey Books
Erscheinungstermin: 20 August 2026
Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 20. August 2026
Ausstattung: Erhältlich als gebundene Ausgabe (168 x 240 mm) und als E-Book.
Umfang: 325 Seiten
Bestellungen & Details: Finden Sie auf unserer Produktseite.
Weiterführende Ressourcen zu dieser Edition:
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